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38. Haldern Pop Festival 2021 – „Zu sein, ohne es zu müssen.“

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Wir skizzieren unsere Hoffnung auf ein Festival im August mit Euch, den Gästen, welches wir nun, in enger Absprache mit den Behörden, wahr werden lassen wollen. Wesentlicher Teil dieser Tage soll wieder die Musik und die von uns allen geschätzte Begegnung, auch in den Gärten von Haldern, sein.

Ein paar Eckdaten:
Es wird keine große Bühne auf dem Reitplatz, kein Spiegelzelt und auch keine mehrere tausend Besucher geben. Das Festival soll ins Dorf zu ziehen und wird derzeitig mit mehreren hundert Besuchern pro Tag, für Donnerstag, Freitag und Samstag geplant. Ein Eintritt wird nur unter Einhaltung der dann geltenden Hygiene- und Teststandards möglich sein. Camping für Ticketbesitzer ist angedacht, kann aber im Moment noch nicht bestätigt werden.

Wir hoffen, Euch Tickets frühestens Ende Juni/Anfang Juli anbieten zu können, wenn alle Rahmenbedingungen geklärt sind. Welches Prozedere für den Verkauf gelten wird, geben wir dann vorher bekannt.

All das hier ist noch „mit Bleistift notiert“ und wird in enger Absprache mit der Stadt Rees aktualisiert.

Was wir uns hierbei gedacht haben, erfahrt ihr genauer in der 21. Folge unserer Radiosendung Liedgut, die ihr jetzt auf Mixcloud nachhören könnt:

38. Haldern Pop Festival 2021
12. – 14. August in Rees-Haldern am Niederrhein

„Zu sein, ohne es zu müssen.“ Svetlana Frühling

Die Leute scheinen vergessen zu haben, dass Dick & Doof zwei waren.

100 Jahre später; „Keeping Up With The Kardashians und die Super League“, beides wissenschaftlich frei interpretierbare Unterhaltungs-Projekte, Amüsement auf höchstem Niveau, üppig ist Programm, viel, groß und reichlich der Inhalt und Zweck. Alles Variable mache man dem Erdboden gleich, teile viel mit Wenigen, fertig. Das Wesentliche im Leben scheint damit destilliert. Im Windkanal der Selbstoptimierungsprozesse taumelt die Evolution von der Zweisamkeit zur Einsamkeit, am Ende kann es nur eine:n geben. Sieg.

Der Rippe des Göttlichen scheint dieses Ideal nicht entsprungen. Sein oder Nichtsein ist heute eine Frage des Kapitals, welches gerne auch fremdgehen darf. Divers das Geplauder, stringent die Maxime. Fang den Hut, ein Spiel ohne Ball. Die Dinge im Leben scheinen spitz zuzulaufen, die Erzählweisen werden direkter, Charme und Poesie verlieren sich in Zählbarkeiten.

Joseph Beuys wäre in diesem Jahr 100 Jahre alt geworden, das soll einfließen in unser diesjähriges Festival. Er kommt von hier, er macht noch immer was mit uns, das Spiel mit dem Wesentlichen, den Bezugspunkten zueinander, die unserem Handeln eine Richtung geben. Diese pandemische Zeit gibt Anlass zu einer gründlichen Revision.

Was waren, wollen und sind wir? Fragen, die Rick Rubin wahrscheinlich auch seinen, sich im Überfluss verlaufenden, Künstlern stellt. Bevor sie im Zuviel ertrinken, offenbaren sie sich auf seinem Sofa und betteln um Weniger.

Revision – Reduktion – Revolution.
„Die Geschichte vom kleinen Glück beginnt nicht selten mit dem Schritt zurück.“

Auch hier muss man rechnen, vor allem mit der Überraschung und der Wiederkehr von Begegnungen mit den Künstlern, Euch und uns, einem vertrauten Dreiklang in unserem Dorf und seinen Gärten.

Wir nennen es nicht Bescheidenheit, eher ein gelerntes Verständnis über das, was uns trägt. Es ist dieses vertraute Zusammenspiel der gemeinsamen Jahre in Haldern, die es zu diesem Ereignis reifen ließ.

100 werden unsere Gäste sein können – Dick & Doof, Joseph Beuys und alle weiteren 100 pflücken wir uns von der Linde des Erlaubten. Wieder langsam mehr werden zu können, erübrigt das Müssen, treibt die Zuversicht, Stück für Stück, von Jahr zu Jahr, solange wir bereit sind, uns zu ergänzen, weil wir unseren Beziehungen Vertrauen schenken dürfen.

Stefan Reichmann/Haldern Pop

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38. Haldern Pop Festival 2021
August 12 – 14 in Rees-Haldern on the Lower Rhine.

“To be it, without having to be.” Svetlana Frühling

People seem to have forgotten that Dick & Doof (Laurel & Hardy) were two.
(Dick & Doof are the German names for comedians Laurel & Hardy and literally translate as Fat & Stupid)

100 years later; “Keeping Up With The Kardashians and the Super League”, both scientifically freely interpretable entertainment projects, amusement at the highest level, lush is program, much, large and abundant the content and purpose. Everything variable is razed to the ground, shared with a few, and that’s it. The essentials of life seem to have been distilled. In the wind tunnel of self-optimization processes, evolution lurches from togetherness to loneliness, and in the end there can only be one. Victory.

This ideal does not seem to have sprung from the rib of the divine. To be or not to be is today a question of capital, which is also allowed to be external. Diverse the chatter, stringent the maxim. Capture The Hat (Coppit), a game without a ball. Things in life seem to be coming to a head, narrative methods are becoming more direct, charm and poetry are losing themselves in countability.

Joseph Beuys would have turned 100 this year, and that should reflect in our festival this year. He’s from here, he’s still doing something to us, playing with the essentials, the points of reference to each other that give direction to our actions. This pandemic time gives rise to a thorough revision.

What were we, what do we want, what are we? These are questions that Rick Rubin probably also asks his artists, who are lost in excess. Before they drown in too much, they reveal themselves on his sofa and beg for less.

Revision – reduction – revolution.
“The story of small happiness not seldom begins with a step back.”

Here too we must reckon, especially with the surprise and the return of encounters with the artists, you and us, a familiar triad in our village and its gardens.

We do not call it modesty, rather a learned understanding about what sustains us. It is this familiar interplay of our years together in Haldern that made it mature into this event.

100 will be our guests – Dick & Doof, Joseph Beuys and all the other 100 we will pick from the lime tree of the allowed. To be able to slowly become more again, makes the must unnecessary, drives the confidence, piece by piece, from year to year, as long as we are willing to complement each other, because we are allowed to trust our relationships.

Stefan Reichmann/Haldern Pop

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