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Haldern Pop Tagebuch II – Tag 16 Kutsche

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Haldern Pop Tagebuch II – Tag 16
17. November 2020

Kutsche

Meine letzte Erinnerung mit einer Kutsche im Alltag, keiner Hochzeit, Ausflug oder anderem romantischen Kram, war ein alter Bauer an der Tankstelle, als er den Reifendruck prüfte. 1 kalter PS harrte genügsam neben tankenden Autos. Dieses Gespann war im Dorf immer mal wieder unterwegs, man hatte zu tun, keine Folklore. Grün war sie und ein ein-achsiges Gespann. Man findet an den älteren Häusern hier und dort noch im Mauerwerk verankerte Eisenringe, stille Zeitzeugen einer anderen Normalität, hier wurden Pferde, Kutschen und andere eigenwillige Geschöpfe angebunden, um einzukaufen und Dinge zu erledigen, im Dorf. Bei Kutschen denkt man gerne an Märchen, Überfälle und Aufbrüche in ein neues Leben. Bei uns waren das dann doch vornehmlich landwirtschaftliche Transporte und eben Geschäfte im Ort, die zu machen waren. So manch eine „Landpartie“ soll auch im Graben gelandet oder einem Trupp Halunken zum Opfer gefallen sein, das lässt die Gedanken geheimnisvoll vibrieren. Alles in allem waren Kutschen der mobile Standart der technischen Entwicklung seiner Zeit, um zu transportieren, zu reisen, um sich fleißig und elegant von der Gegenwart in die Zukunft zu bewegen. /StR

Zeichnung & Kolorierung: Christoph & Stefan Reichmann

Haldern Pop Diary Vol. II – Day 16
17. November 2020

Carriage

My last memory with a carriage in everyday life, no wedding, trip or other romantic stuff, was an old farmer at the gas station checking the tire pressure. 1 cold PS was waiting frugally next to the cars. This pair was on the road in the village from time to time, there was a lot to do, no folklore. It was green and a one-axle vehicle. You can find iron rings still anchored in the masonry of the older houses here and there, silent witnesses of a different normality, here horses, carriages and other idiosyncratic creatures were tied up to go shopping and get things done, in the village. When one thinks of carriages, one likes to think of fairy tales, muggings and departures into a new life. In our case, these were mainly agricultural transports and errands in the village that had to be done. Many a “country trip” is said to have ended up in a ditch or fallen victim to a group of scoundrels, which makes your mind vibrate with mystery. All in all, carriages were the mobile standard of the technical development of their time, to transport, to travel, to move diligently and elegantly from the present into the future. /StR

Sketch & colouring: Christoph & Stefan Reichmann

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