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Haldern Pop Tagebuch II – Tag 18 Dr. Anna von Rheinstein–Wuggert

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Haldern Pop Tagebuch II – Tag 18
19. November 2020

Dr. Anna von Rheinstein–Wuggert

Anna ist die zweitjüngste Tochter der vier Kinder von Friederich und Johanna von Rheinstein. Sie wuchs auf dem elterlichen Gut im Rheingau auf. Ihre beiden älteren Brüder, Johannes und Jakob, sowie ihre kleine Schwester, Konstanze, schwammen, seitdem sie denken konnte, immer um sie herum, in dieser Transformation des blaublütigen zum Bürgertum. Streng, schön und weitläufig der Garten, das Haus und die umliegenden Waldungen, eine begrenzte Welt. Sie kannte sich aus in ihr, alles hatte seinen Platz, die Blumen, das Weihnachtsfest, die Familienfeste und der Bach, der scheinbar Johannes und Jakob gehörte. Beim Verlassen dieses Kleinods war Schule und Vorsicht geboten, das Lesen, Beobachten und Verstehen sollten ihren Weg bestimmen, um diesen Bach zu überqueren, brauchte es einen Plan und Mut. In ihrem hübschen Gesicht wurde schwer gearbeitet, letztendlich entschied sie sich für die List und den Fleiß, vieles lebt in ihrem Kopf, nicht jeder muss das wissen.
Nach der Schule studierte sie in Heidelberg Medizin, traf Armin, eine stille Übereinkunft und Liebe. Ihr gemeinsamer Weg führte sie aufs Land, Anna arbeitete als Kinderärztin in der nächstgrößeren Stadt und Armin ließ sich als Allgemeinmediziner in ihrem Dorf nieder. Ihre Kindheit und Jugend verließ sie nicht, sie wusste, dass es nicht ausschließlich das Land der Richtigkeit war, ihre Familie pflanzte eine Struktur, die sie nun mit Armin ausmodellierte. Keine Kinder zu haben, muß nicht bedeuten ein kinderloses Leben zu führen. Konstanze, ihre kleine Schwester machte irgendwas mit Medien in Berlin. Ihre impulsiven Anrufe erinnerten sie immer wieder frisch an das Andere in dieser Welt und Berlin war weit weg. Ein Besuch bei den Brüdern gehörte auch zum Jahresrhythmus, herzlich, weil dosiert. Sie mochte das Leben aus der zweiten Reihe, die Beobachtungen in übersichtlichen Milieus, diese Bewegungen zwischen den Dingen und Menschen, ihre jeweiligen Interessen. Sie kannte die Leute, die Roller, die dann Fahrräder wurden, Autos und dann Kinderwagen. Die Welt drehte sich weiter und hier war ihr aufmerksamer Platz. Von Rheinstein-Wuggert verknüpft diese beiden Welten. /StR

Zeichnung & Kolorierung: Christoph & Stefan Reichmann

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Haldern Pop Diary Vol. II – Day 18
19. November 2020

Dr. Anna von Rheinstein–Wuggert

Anna is the second youngest daughter of the four children of Friederich and Johanna von Rheinstein. She grew up on her parents’ estate in the Rheingau. Her two older brothers, Johannes and Jakob, as well as her little sister, Konstanze, have been swimming around her ever since she could remember. Always around her, in this transformation of the blue-blooded to the bourgeoisie. Strict, beautiful and spacious the garden, the house and the surrounding woods, a limited world. She knew her way around it, everything had its place, the flowers, Christmas, family celebrations and the stream that apparently belonged to John and Jacob. When leaving this jewel, schooling and caution were required, reading, observing and understanding should determine her path, to cross this brook required a plan and courage. In her pretty face was worked hard, in the end she decided for cunning and diligence, much lives in her head, not everyone needs to know that.

After school she studied medicine in Heidelberg, met Armin, a silent agreement and love. Their common path led them to the countryside, Anna worked as a paediatrician in the next bigger city and Armin settled in her village as a general practitioner. Her childhood and youth did not leave her, she knew that it was not exclusively the land of validity, her family planted a structure, which she now modelled with Armin. Not having children does not have to mean a childless life. Konstanze, her little sister, did something with media in Berlin. Her impulsive calls reminded her freshly again and again of the other in this world and Berlin was far away. A visit to the brothers was also part of the annual rhythm, warmly, because it was dosed. She liked the life from the second row, the observations in clearly arranged milieus, these movements between things and people, their respective interests. She knew the people, the scooters, which then became bicycles, cars and then baby carriages. The world kept turning and here was her attentive place. Von Rheinstein-Wuggert connects these two worlds. /StR

Sketch & colouring: Christoph & Stefan Reichmann

Zeichnung & Kolorierung: Christoph & Stefan Reichmann

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