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Haldern Pop Tagebuch – Tag 1

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17. März 2020

Wir haben heute den 17. März 2020, Tag eins des Shutdowns in Deutschland. Ein noch nie gekanntes Gefühl, ein Vakuum, vielleicht käme die Trockenlegung Venedigs in die Nähe, was die Unvorstellbarkeit so zu bieten hätte. Eine tief schnaubende Dampflokomotive geht in die Eisen, das Quietschen verwandelt sich in Lamentieren, das Schnauben in Stöhnen. Eine massive Kraft verliert sich in der Gegenwart, die Zivilisation kommt zum Erliegen. Stillstand. Was bleibt, ist unser Atem, der Herzschlag und das Vogelgezwitscher bei uns im Garten.

Aber die Welt ist nicht stehen geblieben. Das, was wir aus ihr gemacht haben scheint zu pausieren.

Es geht um Verdacht, Angst und Demut, den Glauben zu entwickeln und Vertrauen zu gewinnen. Sich einsortieren, Solidarität als Einsicht, Rücksicht und Verständnis als zielführende Option.

Das Rasseln der Ankerkette klingt wie der Soundtrack der Börsen, Toilettenpapier als Synonym für große Sch… steht hoch im Kurs. Bei uns in der Pop Bar wird der Stecker gezogen und der Hahn hochgedreht, das muss jetzt so sein.

Es ist nicht unsere Aufgabe zu appellieren aber wir glauben an die Vernunft und Vertrauen dem Handeln der Krisenmanager und ihren wissenschaftlichen Beratern.

Der Frühling steht vor der Tür, der Garten gehört umgegraben und vielleicht bleibt auch Zeit, den Kopf zu pflügen, um ihn neu zu bepflanzen. Diese Jahreszeit steht für das sorgsame Handeln, für vorausschauende und aktive Gestaltung. Goethe hat als alter, weiser Mann, Apfelbäume in seinem Garten pflanzen lassen, um seinen Enkeln etwas Gutes zu tun, er selber liebte das Obst.

Haldern Pop steht für Unterhaltung, Aufmunterung und manchmal auch für Abwechslung. Aus diesem Grund bleiben wir Euch, soweit es geht, erhalten. Die Bar wird zum virtuellen Tagebuch für alle, die uns bis zum Festival im August verfolgen wollen, auf Schritt und Tritt und bis es aus dem Hahn wieder sprudelt.

Stefan Reichmann
Haldern Pop

17th March 2020
Today’s date is 17th March 2020, day one of the shutdown in Germany. An unprecedented feeling, a vacuum, maybe if all the canals of Venice were drained dry, this would equal the sense of how unimaginable this feels. A snorting steam train slams on the brakes, the deep snort evolves into a groan, a screeching lament. Massive energy is lost in the present, civilisation grinds to a standstill. Inertia.What remains? Our breath, a pulse, birdsong in the garden.

But the world does not stand still. It is what we have made of it which has been put on hold.
It’s a question of suspicion, fear, humbleness, a belief in developing, earning trust. Sorting oneself out, solidarity as insight – thoughtfulness and understanding as a viable option.

The anchor chain rattles like a Stock Exchange soundtrack as the price of toilet paper, synonymous with the big sh**, rockets sky high. Here in the Pop Bar, the plug has been pulled, the taps turned off. That’s how it has to be right now.

It isn’t our place to make an appeal but we believe in common sense and have faith in the actions of crisis managers and their financial advisors.

Spring beckons, time to dig over the garden and maybe there’s still time to plough one’s head and plant new seeds. This is the season of careful planning, forward-thinking and proactive creativity. As a wise old man, Goethe planted apple trees in his garden as a gift to his grandchildren. He himself loved fruit.

Haldern Pop represents entertainment, encouragement and sometimes a change. This is why we’re sticking around for you. The Bar will be a virtual diary for everyone interested in following our festival in August every step of the way. Until such time as the taps are turned back on and back in full flow.
Stefan Reichmann
Haldern Pop

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