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Jonas David – Neues Album “Goliath”

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Mit großer Freude möchten wir euch heute auf die Veröffentlichung von Goliath, dem neuen Jonas David Album hinweisen. “Goliath” ist ab sofort digital und auf CD erhältlich. Durch Corona bedingte Produktionsverzögerungen verschiebt sich der Liefertermin der bei uns im Onlineshop bestellten LPs leider auf den 15.9. Die 180 gr. Vinyl wird dann wie angekündigt im Gatefold mit 20-seitigem Booklet geliefert.

“Das Album ist im Prinzip eine Aneinanderreihung unverwechselbarer Hits” Alan Lomax Blog

„Jonas David ist ein top Song-Akrobat. Zwischen fulminanten Klangwelten und verhaltenem Chamber-Pop sind seine Songs ergreifend schön, tief und visionär“ Klaus Fiehe / 1Live

 

Im Herbst 2019 fuhr Jonas David nach Sizilien, um einen Riesen zu besiegen. Einige Jahre lang hatte der Sänger, Multiinstrumentalist und Produzent unzählige Songs und Songfragmente geschrieben, aber für ein Album war die Zeit nicht reif. Welcher Sound könnte es sein? Welche Arbeitsweise ist die richtige – und wie passt das alles mit dem aktuellen Zustand der Musikindustrie zusammen? Fragen, die sich so leicht nicht beantworten ließen. Erste Versuche einer Produktion führten ins Leere, und bald wusste Jonas nicht mehr, wie aus all dem Nachdenken eine unversehrte Platte entstehen könnte. Da wurde das nächste Album zum Goliath, einem scheinbar unbezwingbaren Riesen.

EINE REISE NACH SIZILIEN
Und so entschied sich Jonas, auf den richtigen Moment zu warten. Es gab ohnehin genug zu tun. Sein letztes Album, „Keep The Times“ von 2011, trug ihn 600 Konzerte weit. Und dann waren da ja noch all die Kollaborationen, vor allem die mit dem Musikerkollektiv Tour of Tours, die zu diversen umjubelten Tourneen und bislang zwei gemeinsamen Alben führte. Für seinen Freund Matthias Schweighöfer produzierte Jonas einige Songs und steuerte den Score zu dessen Film „Vielmachglas“ bei (2017, mit Rasmus Zschoch). Sogar eine EP mit einigen neuen Songs ist entstanden („Five Stones“, 2017). Untätig war Jonas David nicht. Und was heißt das überhaupt, untätig sein, wenn man die Vorstellung von der eigenen Musik schärft, wenn man sich den Stimmen im Kopf stellt und sich vortastet zu einem eigenen Sound und zu einem eigenen Ausdruck.

Jonas fuhr also an einem Morgen im Herbst gen Sizilien, um seinen Goliath zu besiegen. Man kann sich das vorstellen: Der Sänger sitzt in einem mit Instrumenten vollgepackten Volvo, im Kopf ein gutes Dutzend Songs und Songfragmente, die die Selbstkritik überstanden hatten. Gemeinsam mit seinem Wegbegleiter Rasmus Zschoch und einigen weiteren sizilianischen Freunden lässt Jonas es in den kommenden sechs Wochen einfach geschehen. Manchmal ist das ja so: Man denkt nach und denkt nach und dann plötzlich ist der Zeitpunkt da – man macht einfach und sieht zu, was passiert. Und es passiert dann wirklich, weil sich unter all den komplexen Gedanken längst die Antwort entwickelt hat, nach der man die ganze Zeit gesucht hat. Man braucht dann nur noch ein bisschen Vertrauen in die eigenen Fertigkeiten – und schon beginnt es zu fließen. „Mein einziges Ziel war, das Album endlich fertig zu machen“, sagt Jonas, „im Studio ging es nicht mehr darum zu experimentieren oder zu jammen. Ich wollte arbeiten und diese Songs umsetzen – das war ich ihnen schuldig.“

EIN KLANG FÜR DAS UNBEWUSSTE
Genauso kam es in dem sizilianischen Studio, in dem Jonas und seine Mitstreiter Tag für Tag (und oft auch nachts) einfach aufnahmen, was rauskam, immer weiter, immer schöner. Manchmal kam Giovanna, die Mutter des Studiobesitzers vorbei und brachte große Gläser mit Granatapfelsaft, den sie gerade aus den Früchten vor dem Studiofenster gemacht hatte. Das spielt natürlich auch eine Rolle, das Sizilien nicht Köln oder Castrop-Rauxel oder Berlin ist. Jonas erzählt von Zitronenbäumen in rauer Landschaft und von der südeuropäischen Zeitrechnung, in der mehr Platz für Muße ist (das Studio heißt „Pausa“). All das erleichterte es Jonas, den Kopf aufzumachen und etwas Neues hereinzulassen.

Danke dafür, Jonas David. Der Mut, sich sich selbst zu stellen und das Gespür für den richtigen Moment führen zu einem wundervollen Album. Gleich der großartige Opener „Stacles“ wirkt wie ein riesiger Ausatmer, als fiele die Last von den Schultern des Sängers, und auch uns wird es leicht ums Herz, weil wir uns in diese großzügige Klanglandschaft aus einem Zeitlupenschlagzeug, weich hineingelegten Bläsern und schimmernden Gitarren fallenlassen können. Jonas holt die Gefühle hervor, die wir von ihm kennen – das Seelenweite, das Traumverlorene, das sanft Inwendige, aber wir haben es noch nie so groß gehört, so berührend. Man meint, da hat jemand seine ganze Breite, Höhe und Tiefe ausgelotet und in Musik verwandelt. Wir denken an Ben Howard, José Gonzáles und Justin Vernon, mit denen Jonas etwas gemein hat: den unbedingten Willen, einen Klang für das Unbewusste zu finden.

Es gibt viel zu entdecken: Ein schönes Gespür für Melodien, etwa in dem schwebenden „Scari“, das Jonas‘ popmusikalische Sensibilität unterstreicht. Eine elegante Melancholie, zum Beispiel bei „All In All“, das auf zwei, drei reduzierten Pianoakkorden steht. Und eine Lust am Surrealen – schön zu hören in dem skizzenhaften „Wait, Boy“, das Jonas vielleicht bei einem Besuch in der Stadt Modica eingefallen ist, dem barocken Juwel Siziliens. Das Lied ist jedenfalls weit wie eine Kathedrale. Und sonst noch: die Saxophone und Klarinetten, die digitalen Sprenkel, die verfremdeten Stimmen und immer wieder diese Gitarren, die Jonas‘ Musik vortrefflich illuminieren.

Foto: Norman Tebel

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