Haldern Pop Festival 2026
Loney Dear SE
Es gibt einen Rahmen, der das Bild begrenzt, es hält und seine Wirkung unterstreicht. Es ist eine besondere Kunst, den Raum gekonnt mit einzubeziehen, da beginnt das Reich des Gefühls und nicht der Regeln. Guter Stil erfasst und berücksichtigt die Situation, ein kluges Vorgehen weiß vom Winter im Sommer, der Stratege spielt sie gegeneinander aus. In „Situation und Konstellation“ erklärt Hartmut Rosa, wie wir unseren Handlungsspielraum schleichend verlieren – und warum uns das müde macht. Um fühlen zu können, muss ich mit dieser Welt in Kontakt treten, Rosa spricht von Resonanz, von einer Weitwinkelaufmerksamkeit, kein schönes Wort, beschreibt es aber sehr gut. Zuhören. Die stille Revolution. Im Vertrauen wächst die Zuversicht. Jetzt kommen wir zu Loney Dear, die Leinwand ist grundiert. Sein Quell, Stimmungen in Töne, in wuchernde Werke zu übersetzen wird nie versiegen … Emil begleitet uns seit 20 Jahren mit gesegneten Fähigkeiten der Komposition und des Spiels. Er verbindet seine Stimme mit dem Instrument, wie der Goldschmied das Edelmetall mit den Diamanten. Hier geht es nicht um den Sieg, es geht um Eleganz, um musikalische Hingabe in sämtlichen Farben. Es ist ein besonderes Phänomen, dass es meistens die Künstler selber sind, die mit ihm das Glück hatten, Musik zu machen, die ins Staunen geraten. (Stefan Reichmann)